...über Prora/Insel Rügen

 

 

 

Erkenntnis nach zwei gescheiterten Systemen

Prora/Rügen

 

 

 

 

 

Das besondere an Prora ist weniger der Gebäudekomplex mit seinen - sicherlich auch für heutige Maßstäbe - beeindruckenden Ausmaßen. Es ist vielmehr das, wofür es steht: den geplatzten Traum einer Generation, zumindest für deren Teil, der nicht durch die Naziideologie ausgegrenzt wurde.

Arbeit für alle, dazu noch einen Volkswagen und: Prora- Urlaub mit Meerblick für 20.000 Volksgenossen gleichzeitig. Das waren die Versprechen Mitte der 30"er Jahre des letzten Jahrhunderts. Macht bei einer Woche Urlaub pro Gast, bei ganzjähriger Auslastung 1.040.000 glückliche Ostseeurlauber.

 

Die hätten dann in einem solchen Zimmer gelebt:

 

 

 

 

 

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden die Arbeiten in Prora eingestellt, der Traum vom Ostseeurlaub auch. Was dann folgte ist uns heute allen bekannt. Wie es begann auch: Nicht jeder durfte im "Dritten Reich" vom Urlaub in Prora träumen. Und so steht es nun da, das geplannte KDF Ferienparadies: Nie fertig geworden und zerfallen - man kann das schön finden... 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gelände erst von der Sowjetarmee und dann von der NVA genutzt. Auch Bausoldaten - junge Männer, die den Dienst an der Waffe innerhalb der NVA ablehnten - waren hier stationiert.

Seit Ende der DDR weiß eigentlich keiner so recht, was mit den Komplex anzufangen ist. Es gibt dort ein NVA-Museum und eine Jugendherberge - der Großteil des Geländes samt Gebäuden liegt allerdings weiterhin brach.

 

 

Landseite- die Gästezimmer haben alle "Meerblick"
Landseite- die Gästezimmer haben alle "Meerblick"